Jeder Zirkus hat einen Messerwerfer im Programm und auf Mittelaltermärkten, History-Events und in Westernshows dürfen verwegene Kerle, die Messer auf Mädels werfen, nicht fehlen.

Den gewöhnlichen Gamer inspiriert das beim Zuschauen vielleicht dazu, seine Geschicklichkeit im Real-Life einmal selber auszuprobieren.

Was ist Messerwerfen eigentlich?

Wenn du im eigenen Garten zum Stressabbau Messer auf Zielscheiben werfen möchtest, hast du dir ein entspannendes und ungewöhnliches Hobby ausgesucht. Messerwerfen ist eine Sportart, genauso wie Bogenschießen oder Biathlon.

Die wenigsten wissen, dass es eine gar nicht so kleine Community gibt, die Wettbewerbe im Messerwerfen veranstaltet, sich in Internetforen und auf Facebook austauscht und ein enormes Wissen rund um die besten Wurfmesser und Techniken angesammelt hat.

Wie kann ich Messerwerfen lernen?

Wenn du einen Messerwerfer-Club in deiner Nähe findest, kannst du dir dort die Grundlagen erklären lassen. Im Cowboy- und Westernclub könnte auch jemand Messerwerfen.

Die meisten werden sich für einen ersten Überblick ins weltweite Netz begeben. Es gibt einige eifrige Youtuber und Blogger, die die besten Kniffe und das nötige Equipment erklären.

Messer in Baum

Messerwerfen ist als Sportart relativ unbekannt, wird aber immer beliebter. (Bildquelle: 123rf.com / 91989946)

„Recreational knife throwing“ googeln ist auch ein Tipp, wie andere Trendsportarten kommt das Messerwerfen aus den USA. Ein „Handbuch Messer- und Axtwerfen“ gibt es beim Wieland Verlag.

Messerwerfen – Ein Ziel muss man haben

Zum Üben kann man Bretter nehmen, 4 cm dick, damit die Rückseite benutzt werden kann. Die Holzfasern müssen von oben nach unten verlaufen, damit das Messer stecken bleibt.

Gut ist eine Breite von 100 cm und die Oberkante sollte ca. 25 cm über deiner Augenhöhe sein.

Wer unter Wettkampfbedingungen trainieren will, malt sich die regelkonforme Zielscheibe mit den 5 konzentrischen Kreisen auf. Sie hat 50 cm Durchmesser. Das Schwarze in der Mitte ist 10 cm, dann kommt ein weißer Ring bis 20 cm, bis 30 cm ein roter usw.

Welche Wurfmesser eignen sich für Anfänger?

Für den Start empfehlen die Profis ein Wurfmesser mit ca. 200 – 250 g Gewicht und ca. 25 – 30 cm Gesamtlänge.

Der Schwerpunkt liegt plus/minus 1,5 cm von der Mitte. Solche Messer fliegen am stabilsten und sind für den ungeübten Werfer nicht zu schwer. Schwere Messer fliegen besser als leichte.

Du brauchst 3 Stück, sonst rennst du dauernd hin und her. Ein Satz einfache Wurfmesser ist ab etwa 50 EUR zu haben.

Wie sieht die ideale Wurftechnik beim Messerwerfen aus?

Fang mit einer Distanz von 3 m an und greife das Messer wie einen Hammer am Griff. Dann stellt man den rechten Fuß nach hinten und den linken etwa 2 Fußlängen davor. Die Füße sollen ungefähr einen 45° Winkel bilden.

Ziele mit dem linken Arm und werfe mit dem rechten über den Kopf mit einer Schleuderbewegung aufs Ziel.

Das wäre eine Standardtechnik. Es gibt viele andere Wurfvarianten. Messerwerfen ist gar nicht so schwer und wer fleißig übt, wird bald Fortschritte machen.

Messerwerfen als Wettkampf: Wie stehen die Gewinnchancen beim Messerwerfen?

Der europäische Werferclub Flying Blades (Eurothrowers) veranstaltet jährlich eine Europameisterschaft. Die Wettkampfmesser müssen länger als 23 cm und schmäler als 6 cm sein. Haben sich mehr als 5 Damen angemeldet, wird eine eigene Wertung für sie eingerichtet.

Es gibt Wettbewerbe über 3 m, 5 m und 7 m Wurfdistanz. Pro Disziplin hat man 21 Würfe und einen Probewurf, den man vorher ansagen muss. Der Zielaufbau besteht aus 3 Scheiben, die im Uhrzeigersinn beworfen werden.

Trifft man ins Schwarze, gibt es 5 Punkte, für den inneren weißen Kreis 4 Punkte, der rote bringt 3 Punkte usw. Ein perfektes Ergebnis sind 105 Punkte. Schaut man die Ergebnislisten der letzten Jahre an, hat noch kein europäischer Werfer diese Punktzahl erreicht.

Preisgelder sind unbekannt, selbst der amerikanische Weltmeister sagt, dass er nichts mit dem Messerwerfen verdient. Wer die neu erlernte martialische Kunst zu Geld machen will, muss sich vorläufig noch als Jahrmarkt-Artist versuchen.

Aber was nicht ist, kann noch werden. Dart war ein Barspiel und hat sich zum Profisport entwickelt. Der Dartverband PDC hat 2016 rund 10 Millionen Pfund Preisgelder ausgezahlt.

Bildquelle: unsplash.com / Yaroslav Кorshikov

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